Auch der Bundesvorsitzende Sigmar Gabriel habe sich für die Einigung mit Thilo Sarrazin ausgesprochen und dessen ungenaue Relativierung seiner Thesen begrüßt, damit die Stammtisch-Wählerschaft nicht verloren gehe. „Die Parteispitze darf nicht vor den Stammtischen auf die Knie fallen. Rassismus hat in unserer Partei nichts verloren und das muss auch so bleiben!“, erklärt Aylin Cetinkaya, Vorsitzende des Unterbezirks. Die sozialdarwinistischen Thesen Sarrazins seien das exakte Gegenteil zu einem der Grundprinzipien der Partei, nämlich die gleichen sozialen Aufstiegschancen für jede/n, egal ob mit oder ohne Migrationshintergrund.
Hauptanlass für die Kritik an der Bundesspitze ist der Parteiaustritt Nazim Kenans, der wegen der Kehrtwende der Parteispitze in Bezug auf Sarazzin am vergangen Mittwoch sein Parteibuch zurückgab. Der engagierte Juso aus Eppstein, der erst vor kurzem ins Eppsteiner Stadtparlament eingezogen war und dort auch weiterhin in der SPD-Fraktion mitarbeiten möchte, reagierte damit auf die jüngsten Vorkommnisse. Dabei habe Andrea Nahles das Fass bei ihm zum Überlaufen gebracht. „Die Jusos Main-Taunus bedauern Nazim Kenans Austritt, jedoch verstehen und respektieren sie seine Entscheidung und hoffen, dass er eines Tages den Weg zurück in die Partei findet.“, so Christian Matz, ebenfalls Vorsitzender der Main-Taunus Jusos.




